Unsere Leistungen

Zeitpunkt der Anmeldung
Wird die Altersrente mit Erreichen des ordentlichen Rentenalters bezogen, genügt es in der Regel, wenn die Anmeldung fünf bis sechs Monate vor Eintritt des Anspruchs eingereicht wird.

Bei einem Rentenvorbezug muss die Anmeldung spätestens am letzten Tag des Monats, in welchem das entsprechende Altersjahr vollendet wird, eingereicht werden. Andernfalls kann der Rentenvorbezug erst mit Wirkung ab dem nächstfolgenden Geburtstag geltend gemacht werden. Eine rückwirkende Anmeldung zum Rentenvorbezug ist ausgeschlossen.

Bei einem Aufschub der Altersleistungen muss dies innerhalb eines Jahres seit Beginn der Rentenberechtigung angemeldet werden. Meldet sich eine Person erst nach dieser Frist an, wird die Altersrente nach den allgemeinen Bestimmungen, also ohne Zuschlag, festgesetzt und ausbezahlt.

Welche Ausgleichskasse ist zuständig?
Zur Bestimmung der Kassenzuständigkeit sind die zwei folgenden Kriterien zu beachten.

Merkmal Nr. 1: laufende Leistung
Wenn der Antragsteller oder der Ehepartner bereits eine Rente erhält, ist die auszahlende Ausgleichskasse zuständig.

Merkmal Nr. 2:  letzte Beiträge
Trifft Merkmal Nr. 1 nicht zu, ist jene Ausgleichskasse zuständig, bei der die letzten Beiträge abgerechnet wurden.

Die AHV kennt folgende Altersleistungen:

  • Altersrente
  • Kinderrente

Anspruch auf eine Altersrente haben Personen, die das ordentliche Rentenalter erreicht haben, oder die Rente vorbeziehen.
Für Männer liegt das ordentliche Rentenalter bei 65 Jahren, für Frauen bei 64 Jahren.

Anspruch auf Kinderrenten besteht bis zur Vollendung des 18. Altersjahres. Für Kinder, die in Ausbildung sind, dauert die Anspruchsberechtigung bis zum Abschluss der Ausbildung, längstens bis zum 25. Altersjahr.

Vorbezug der Altersrente
Der Vorbezug der Altersrente ist nur um ganze Jahre möglich. Der Vorbezug unterscheidet sich je nach Geburtsdatum und Geschlecht des Versicherten.

Die Rentenleistungen werden bei einem Vorbezug um einen prozentualen Ansatz gekürzt. Die Kürzung errechnet sich auf sämtlichen vorbezogenen Leistungen. Somit kann die Kürzung erst nach Ende des Vorbezugs definitiv berechnet werden.

Frauen und Männer haben die Möglichkeit, die Rente um ein oder zwei Jahre früher zu beziehen. Der Kürzungssatz beträgt pro Vorbezugsjahr 6.8 Prozent.

Ein Vorbezug kann nicht rückwirkend geltend gemacht werden. Die Anmeldung muss im voraus stattfinden. Während des Vorbezugs darf weiterhin eine Erwerbstätigkeit ausgeführt werden.

Die Beitragspflicht erlischt auch bei einem Rentenvorbezug erst mit dem Erreichen des ordentlichen Rentenalters. Allenfalls sind Beiträge als Nichterwerbstätige zu entrichten.

Aufschub der Altersrente
Die Rente kann um mindestens ein Jahr und maximal fünf Jahre aufgeschoben werden. Dabei wird ein Zuschlag zur Rente von 5.2 % (bei einem Jahr) bis 31.5 % (bei 5 Jahren) gewährt.

Anspruch
Eine Vorausberechnung kann jederzeit verlangt werden. In bestimmten Lebenssituationen ist eine Vorausberechnung sinnvoll, etwa bei beruflichen oder familiären Veränderungen, einer Auswanderung oder bei der Planung eines Rentenvorbezugs.

Kosten
Die Vorausberechnung einer Invaliden- oder Hinterlassenenrente ist immer gratis.

Die Vorausberechnung einer Altersrente ist in der Regel kostenlos. Eine Gebühr von höchstens CHF 300 wird jedoch erhoben, wenn

  • die gesuchstellende Person unter 40 Jahre alt ist, oder
  • die gesuchstellende Person innerhalb von 5 Jahren mehrere Vorausberechnungen verlangt.

Diese Gebühr entfällt, wenn ein besonderer Grund für eine Vorausberechnung besteht (zum Beispiel Trennung, Scheidung, Heirat, Geburt eines Kindes, Stellenverlust, Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit).

Die AHV kennt folgende Hinterlassenenleistungen:

  • Witwenrente
  • Witwerrente
  • Waisenrente

Verheiratete Frauen, deren Ehemann gestorben ist, haben Anspruch auf eine Witwenrente, wenn sie Kinder haben. Witwen ohne Kinder haben Anspruch, wenn sie das 45. Altersjahr zurückgelegt haben und mindestens fünf Jahre verheiratet gewesen sind.

Eine geschiedene Frau, deren Ex-Ehemann verstorben ist, hat Anspruch auf eine Witwenrente, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

  • Sie hat Kinder und die geschiedene Ehe dauerte mindestens 10 Jahre.
  • Sie war bei der Ehescheidung älter als 45 Jahre alt und die Ehe hat mindestens 10 Jahre gedauert.
  • Das jüngste Kind hat das 18. Altersjahr vollendet oder wird es vollenden, nachdem die Frau ihr 45. Altersjahr zurück gelegt hat.

Anspruch auf eine Witwerrente besteht für verwitwete und geschiedene Männer, wenn Sie Kinder unter 18 Jahren haben. Die Witwerrente erlischt, wenn das jüngste Kind das 18. Altersjahr vollendet hat.

Anspruch auf eine Waisenrente besteht bis zur Vollendung des 18. Altersjahres. Für Kinder, die in Ausbildung sind, dauert die Anspruchsberechtigung bis zum Abschluss der Ausbildung, längstens jedoch bis zur Vollendung des 25. Altersjahres.

In der Schweiz lebende Personen mit Anspruch auf eine Altersrente können eine Hilflosenentschädigung geltend machen, wenn:

  • sie in schwerem, mittelschwerem oder leichten Grad hilflos sind
  • die Hilflosigkeit ununterbrochen mindestens ein Jahr gedauert hat
  • kein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung der obligatorischen Unfallversicherung oder der Militärversicherung besteht.

Hilflos ist, wer für alltägliche Lebensverrichtungen - Ankleiden, Toilette, Essen, usw. - dauernd auf Hilfe Dritter angewiesen ist, dauernder Pflege oder persönlicher Überwachung bedarf.

Im Alter können sich Behinderungen einstellen, die durch Hilfsmittel wie Hörgeräte, Lupenbrillen, Prothesen, Rollstühle etc. erleichtert oder überwunden werden können. Die AHV leistet Kostenbeiträge für eine Reihe solcher Hilfsmittel an Altersrentnerinnen und -rentner, die in der Schweiz wohnen.

Eine Anmeldung ist bei der rentenauszahlenden Ausgleichskasse vorzunehmen.

Berechnungselemente
Die AHV-Renten basieren einerseits auf der Beitragsdauer, andererseits auf der Höhe der Erwerbseinkommen. Zudem werden allfällige Erziehungs- und Betreuungsgutschriften angerechnet. Dabei handelt es sich um fiktive Einkommen, das heisst Einkommen für die nie Beiträge entrichtet wurden. Die Gutschrift wird schlussendlich mit den Erwerbseinkommen addiert und kann so zu einem besseren Rentenbetrag verhelfen.

Beitragsdauer und Bestimmung der Rentenskala
Die AHV kennt Voll- und Teilrenten. Anspruch auf eine Vollrente haben nur Personen, die vom 20. Altersjahr bis zum Eintritt des Versicherungsfalls eine volle Beitragsdauer aufweisen können. Personen mit einer unvollständigen Beitragsdauer erhalten eine entsprechende Teilrente. Die Rentenhöhe richtet sich innerhalb der entsprechenden Rentenskala nach dem massgebenden Jahreseinkommen.

Erziehungsgutschriften
Erziehungsgutschriften dienen dazu, eventuelle Einkommenseinbussen auszugleichen, die aufgrund der Kindererziehung entstanden sind. Erziehungsgutschriften werden für diejenigen Jahre angerechnet, während welchen die renten­berechtigte Person versichert war und Kinder unter 16 Jahren hatte. Dabei müssen die Eltern weder ganz noch teilweise auf die Ausübung einer Erwerbstätigkeit verzichtet haben.

Betreuungsgutschriften
Diese Gutschriften sind wie die Erziehungsgutschriften keine direkten Geldleistungen, sondern Zuschläge zum Erwerbseinkommen, die jedoch im Individuellen Konto vermerkt werden. Wer pflegebedürftige Verwandte betreut, hat Anspruch auf Betreuungsgutschriften. Diese müssen jedoch - im Gegensatz zu den Erziehungsgutschriften -  jährlich bei der zuständigen kantonalen Ausgleichskasse geltend gemacht werden. Vom Anspruch ausgenommen sind allerdings jene Jahre, in welchen Erziehungsgutschriften angerechnet werden können.

Massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen
Das durchschnittliche Jahreseinkommen setzt sich aus den Erwerbseinkommen zusammen, die während der massgebenden Beitragszeit erzielt wurden. Die massgebende Beitragszeit beginnt am 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahrs und endet am 31. Dezember des vorangehenden Jahres, in welchem der Versicherungsfall eintritt. Allfällige Einkommen aus Jugendjahren werden nur dann angerechnet, wenn Versicherungslücken ausgeglichen werden müssen.

Die Erwerbseinkommen können aus Jahren mit tieferem Lohnniveau stammen. Deshalb werden die Einkommen mit einem Aufwertungsfaktor gemäss der durchschnittlichen Lohn- und Preisentwicklung hoch gerechnet. Anschliessend wird die Einkommenssumme durch die Beitragsdauer geteilt, woraus der Einkommensdurchschnitt resultiert.

Was ist Splitting? 
Bei der Leistungsberechnung von Renten der AHV oder IV von geschiedenen Personen werden die Einkommen, welche die Ehepartner während der Ehe erzielt haben, zwischen Mann und Frau gleichmässig aufgeteilt. Das nennt man Splitting. Bei verheirateten Personen wird das Splitting bei der Rentenberechnung automatisch vorgenommen. Bei geschiedenen Personen muss dieses Verfahren jedoch "offiziell" durchgeführt werden, da die Ehepartner nicht mehr zusammen leben.

Was ist mein Nutzen, wenn ich das Splitting beantrage?
Bei einer Anmeldung für das „Splitting bei Scheidung“ werden wir Ihnen nach Abschluss des Verfahrens eine Übersicht der AHV-Einkommen zustellen. Diese gibt Ihnen einerseits Auskunft über das erfolgte Splitting, andererseits haben Sie die Möglichkeit zu prüfen, ob bei sämtlichen Arbeitsverhältnissen Beiträge an die AHV entrichtet wurden.

Was ist die Folge, wenn ich kein Splitting durchführen lasse?
In diesem Fall wird das Verfahren von Amtes wegen spätestens bei einer Anmeldung für eine AHV- oder IV-Rente durchgeführt.

Wie beantrage ich das Splittingverfahren? 
Sie können die Anmeldung einer kontenführenden Ausgleichskasse zustellen. Bitte legen Sie eine Kopie des Scheidungsurteils bei.

Art der Zahlungsanweisung
Die Auszahlung der Leistungen erfolgt auf ein Bank- oder Postkonto. Zur Änderung der Zahlungsverbindung verwenden Sie bitte das unten aufgeführte Formular.

Zeitpunkt der Zahlung
Die laufenden Renten und Hilflosenentschädigungen werden jeweils spätestens bis zum 20. Tag des Monats ausbezahlt.

Zuletzt aktualisiert: 20.09.2019